Populärkultur

Wer ist oben, wer ist unten?

Bild: IMDB

Billy Hoyle (Woody Harrelson), ein weißer Amerikaner und ehemaliger College-Basketballprofi aus der Mittelschicht trifft auf Sidney Deane (Wesley Snipes), einen Afroamerikaner aus ärmlichen Verhältnissen. Billy schuldet ein paar miesen Typen Geld, Sidney will mit Frau und Kind nur eines: raus aus dem Ghetto.

Obwohl die Unterschiede zwischen den beiden nicht größer sein könnten („White people, you all can’t hear Jimi [Hendrix]. You listen.“) tun sie sich zusammen und bringen die Basketballer auf LA’s Streetball-Plätzen um ihr Geld. Aus dem Spiel wird Ernst, aus dem Abzocken ein abgezockt werden. Und mit der Quizshow Jeopardy! die Möglichkeit, mit Wissen Geld zu machen, was Billy’s smarte Freundin Gloria Clemente (Rosie Perez) eindrucksvoll in die Tat umsetzt. Sie liefert nebenbei das wichtigste Zitat des Films, das Billy erst am Ende versucht, zu verstehen:

„Sometimes when you win, you really lose, and sometimes when you lose, you really win, and sometimes when you win or lose, you actually tie, and sometimes when you tie, you actually win or lose. Winning or losing is all one organic mechanism, from which one extracts what one needs.“

Regisseur Ron Shelton skizziert mit White Men Can’t Jump das verwirrende, labyrinthartige Spiel des Lebens: mal gewinnt man, mal verliert man. Mal aus Pech, mal aus falscher Eitelkeit. Das Gewinnen und Verlieren wird in dieser Komödie in eine Dauerschleife gedrängt. Erst geht es nur ums Basketball spielen, dann um Beziehungen und schließlich um die beiden Protagonisten selbst. Im Laufe des Films werden so vermeintliche Rassenunterschiede aufgelöst und Billy beginnt endlich damit loszulassen und seine Identität zu suchen.

 

White Men Can’t Jump. Komödie. 20th Century Fox: 1992