Populärkultur

The Rise and Fall of Batman

Angst war das Thema in Batman Begins (2005), das Chaos dominierte in The Dark Knight (2008); der Schmerz sollte nun die episch anmutende Trilogie um den schwarzen Ritter abrunden, doch nur das Zuschauen tat weh.

Wo der erste Teil die Basis bildete und die Angst beim Publikum sowie den Protagonisten schürte und die ewige Dualität von Gut und Böse das Chaos im zweiten Teil ordnete, blieb im dritten Teil nur das Kopfschütteln. Was ist hier passiert?

Nicht die Angst, die es zu überwinden gilt, sondern diese als Antrieb steht hier plötzlich im Raum statt dem Schmerz. Was Bruce Wayne im ersten Teil gelungen ist, kehrt hier wieder als neue Aufgabe. Motiviert durch den Schmerz? Wohl kaum. Nicht nur das Mysteriöse, ungreifbare Schattenhafte geht hier verloren, sondern auch der rote Faden. „Das notwendige Böse“, das diesen vielleicht aufnehmen hätte können, stellt Bane dar, der Mann mit der Maske, dem nichts anderes einfällt, als väterlich mafiose Gesten wieder auferstehen zu lassen.

Aber nicht nur die Angst kehrt wieder, auch Bruce Waynes Widersacher Ra’s al Ghul – wenn auch in Gestalt seiner Tochter. verkörpert von einer ausgezeichneten Marion Cotillard, die die Rolle als Catwoman wohl besser ausgefüllt hätte als eine bemühte und überforderte Anne Hathaway, die zu keiner Zeit ambivalent erscheint. Kurze unlogische Romanzen mit beiden erinnern eher an einen James Bond-Film als an die Gepflogenheiten eines dunklen Ritters.

Die atemberaubend galante Kampftechnik der Prequels weicht einem hau-drauf Geplänkel (das nur in der Batman-Serie der 1960er und in Bud Spencer-Filmen wohl platziert ist). Das dunkle, dreckige, verlorene Gotham wird zu einem aufpolierten New York, in dem Straßennamen genauso herausposaunt werden, wie Aussagen, die man sonst nur von Roland Emmerich – Filmen kennt: „Holen Sie mir den Präsidenten ans Telefon!“

Diesmal rettet Alfred der Butler nicht nur Batman, sondern den ganzen Film. Wenn auch nur die erste Hälfte. Alfred verschwindet, und mit ihm der Geist des Dark Knight. Eine nukleare Bedrohung lässt den Antihelden schlechthin den Heldentod sterben – Statue inklusive. Da hilft es auch nicht, dass die in Blockbustern übliche US-Fahne zerfetzt im Winde weht.

 

The Dark Knight Rises. Action. Warner Bros. GmbH: 2012