Populärkultur

Hoppla, fallen gelassen.

Der belgische Regisseur Michaël R. Roskam transferiert mit The Drop einen typischen Gangsterfilm in alter Mafiatradition ins Jahr 2014. Fernab von GoodFellas (1990) und den Sopranos (1999-2007) zeichnet er ein lebensnahes Bild des täglichen Verbrechens: der schweigsame Griesgram Marv (wunderbar authentisch verkörpert von James Gandolfini) und sein lethargischer Cousin Bob (Meisterleistung: Tom Hardy), betreiben eine Bar. Diese wird von der tschetschenischen Mafia genutzt um ihre Tageseinnahmen aus Schutzgelderpressung und anderen kriminellen Tätigkeiten zu deponieren. Marv braucht Geld: sein Vater liegt im Koma, seine Schwester liegt ihm in den Ohren. Bob findet einen Hundwelpen und beschließt, ihn gemeinsam mit Nadia (Noomi Rapace) aufzuziehen, in deren Mülltonne er ihn gefunden hat.

5.000 Dollar, die aus der Bar gestohlen wurden und eine handvoll passiv-aggressive Tschetschenen später fragt sich der Zuseher plötzlich, wer eigentlich Richie Whelan ist und warum ein Psychopath den Hundewelpen wieder zurückhaben will. Doch ein abgetrennter Arm und Mafiosi, die so gar nicht ahnungslos sind, führen dazu, dass sich die Karten völlig neu mischen. In all der angedrohten und unmittelbaren Gewalt findet die Liebe schließlich auf überraschender und vielschichtiger Weise ihren Platz. Und die Akzeptanz, die allen Beteiligten das Leben einfacher macht: die Dinge sind so sind wie sie sind; und Menschen tun was sie tun. Dass die ProtagonistInnen trotzdem gut schlafen, wird aber angezweifelt.

 

The Drop. Thriller/Drama. 20th Century Fox: 2014